Haus des Geruchs
Von Geruchsgedächtnis, Emotion und Erinnerung.
Martin Gut "Wir sind grosse Sammler von Erinnerungen. Gelegentlich ist der Schlüssel zum Archiv der Vergangenheit ein Duft, gekoppelt an ein Gefühl, das uns zurückführt zu einer vergessen geglaubten Geschichte."
Mit Mikrophon und Aufnahmegerät sammelt Martin Gut solche Geschichten. Im "Haus des Geruchs" hört man Beispielsweise einen jungen Mann vom Duft seiner ersten grossen Liebe sprechen, eine Hommage an eine Frau, an eine Frau mit einem Parfüm.
"Grosseltern`s Stuben - Geruch" findet sich, wie auch der "Duft der ersten grossen Liebe", schliesslich als Objekt. Ein verschlossenes Glas, das ein altes Buch, einen Teil einer alten Uhr, Silberschmuck, ein Kölnischwasser und ein Heiligenbild enthält.
Es gibt nichts zu riechen im "Haus des Geruchs", aber die Objekte in den Gläsern lösen ein Gefühl oder eine Geruchserinnerung aus, und plötzlich, für eine kurze Zeit, fühle ich mich zurückversetzt in die Wohnstube meiner längst verstorbenen Oma.
Text, J. Hekhoff
Titel: Haus des Geruchs
Künstler: Martin Gut
Jahr: 2003, für die Gemeinde Schenkon, Kulturwochen 2003
Material und Teile von: Plastik, Sockel, Gläser, BH, Parfümflasche, altes Buch, Silberkette, Waschmittel, Kekse, Gummi, Uhr, Rasiermesser, Kuhohr, Dispersionsfarbe, Beleuchtung, Heiligenbild, Kaffeebohnen
Art: Installation mit Akustik und Objekten
Haus des Geruchs, Foto, Martin Gut © 2003